Sind Kohlenhydrate der neue Feind? Vermehrt liest man im Netz und einschlägigen Zeitschriften über die unterschiedlichsten Diät-und Ernährungsformen, die Kohlenhydrate auf den ersten Blick als neuen Feind definieren (Low-Carb, No-Carb, Atkins-Diät usw.)

Doch ist das so?

Als ich im Jahr 2016 ein Seminar zum Thema Ernährung besuchte, hatte der Referent, der viele Kunden beratend begleitet, darunter auch Leistungssportler, einmal einen für mich prägenden Satz gesagt:

„Kohlenhydrate muss man sich verdienen“.

Als Beispiel wurde angeführt, dass ein Leistungssportler der jeden Tag mehrmals auf unterschiedliche Weise trainiert, die richtigen Kohlenhydrate zwingend benötigt. Die Frage die sich daraus ergibt und die sich nun jeder selbst stellen kann:

Bin ich auf diesem (Trainings-)Level? Wie sieht mein Alltag aus? jeden Tag, mehrmals Training? Oder eher Fahrstuhl, Auto, Büro und ab und zu mal „Fitness“.

Meine Trainingsfrequenz liegt bei 2-3x wöchentlich (zwischen 20-90 Minuten; zielabhängig). Damit zähle ich mich selbst zu den „Normalos“, aus Fitness-Perspektive. Das heißt nicht, dass ich mir nicht auch Spaghetti, oder Kartoffeln gönne. Doch genau da ist auch schon der feine Unterschied. Ich gönne mir Spaghetti & Co. und befolge damit meine ganz persönliche 90/10 Regel, mit der ich gut zurechtkomme. Heißt 90% der Mahlzeiten in der Woche, gibt es gesundes Fett (zum Beispiel Weidebutter, Olivenöl, Kokosöl, Nüsse, Ziegenkäse), Eiweiß und Gemüse und die anderen 10% gehen an die Kollegen der Kohlenhydrat-Fraktion. Persönlich bin ich kein Freund mir Lebensmittel komplett zu verbieten. Zu groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich genau darauf dann einen Heißhunger entwickle. Solange ich meine Makronährstoffe und deren Verteilung im Griff habe, geht es mir gut.

Unser Körper kann aufgrund seiner genetischen Programmierung (da kommt der IT-ler durch) aus Fett, Energie gewinnen. Somit ist es für unseren Körper ganz natürlich Fett zu verbrennen. Wenn wir ihm allerdings im Übermaß Kohlenhydrate als Basisernährung liefern, wie lange auch vom DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.) in der Lebensmittelpyramide empfohlen, gibt es für unseren Körper keinen ersichtlichen Grund aus Fett Energie zu gewinnen (Fettstoffwechsel).

Sicherlich ist dies von mir sehr vereinfacht dargestellt. Doch genau darum geht es mir. Wer tiefer in die Materie einsteigen will,  wissen will wann und warum welche Prozesse im Körper stattfinden, dem lege ich zum Beispiel folgende Bücher ans Herz: „Dumm wie Brot: Wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört“ und „Leben ohne Brot“

Viele Experten sind heute der Meinung, dass mehr gesunde Fette, weniger Kohlenhydrate und ausreichend hochwertiges Eiweiß, nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, eine moderne Ernährung ausmacht. Damit stellen sie sich deutlich gegen die Empfehlung eines DGE, wie sehr schön in diesem Beitrag dargelegt wird.